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Mit 5,65 Metern in die Rekordbücher

Mittwoch, 11. Juni 2008 18:40

Die Latte wackelte wie der berühmte Lämmerschwanz – aber sie fiel nicht: Beim 19. Lausitz-Meeting in Cottbus hat Stabhochspringer Raphael Holzdeppe (LAZ Zweibrücken) den deutschen Jugend-Rekord „geknackt“. Der 18-Jährige meisterte im dritten Versuch 5,65 Meter und steigerte die Marke von Lars Börgeling aus dem Jahr 1998 um drei Zentimeter. „Das ist ein tolles Gefühl. Ich habe gar nicht damit gerechnet, heute überhaupt so hoch zu springen“, meinte der neue Rekordhalter, der sich nach der Hallen-Bestmarke vom 1. März (5,68 Meter) nun zum zweiten Mal in den Rekordlisten des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) verewigte.

Raphael Holzdeppe,11.6.08 in Cottbus,Deutscher Jugend-Rekord,5,65Zwar hatte sich Holzdeppe in dieser Saison schon häufiger am Rekord probiert und sogar schon 5,70 Meter auflegen lassen, doch in Cottbus war er sich seiner Sache nicht sicher. „Es waren schwierige Bedingungen. Mal kam der Wind von der Seite mal von vorn, sodass ich schon beim Einspringen einige Probleme hatte“, sagte der Pfälzer. Von diesen Widrigkeiten ließ sich der Schüler aber nicht aufhalten. Seine Anfangshöhe (5,40 Meter) nahm er im zweiten Versuch, für 5,50 und 5,65 Meter brauchte er drei Anläufe. „Mein Ziel war es, in diesem Jahr den Rekord zu springen. Ich freue mich einfach riesig“, erzählte der überglückliche Zweibrückener.

Gleichzeitig schlug er mit Rang drei vielen arrivierten Springern in Cottbus ein Schnippchen. Nur Alexander Straub (Filstal) und Tim Lobinger (München) lagen mit 5,70 Metern vor dem Deutschen Jugend-Hallenmeister. So ließ er unter anderem Björn Otto (Uerdingen, 5,60 Meter) als auch den Leverkusener Ex-Rekordler Börgeling (5,50 Meter) hinter sich. Gleichzeitig sind bisher weltweit nur sechs Jugendliche in der Geschichte höher gesprungen als Holzdeppe. Bis zum U20-Weltrekord – den er in der Halle hält, aber vom Weltverband IAAF nur als Weltbestleistung geführt wird – ist es aber noch ein gutes Stück. Schließlich katapultierte sich Maxim Tarasov im Juli 1989 über 5,80 Meter. Zehn Jahre später übersprang der Russe dann sogar 6,05 Meter.

Dass Holzdeppe über ganz besondere athletische und technische Fertigkeiten verfügt, konnten Leichtathletik-Zuschauer schon in den vergangenen Jahren erkennen. Doch 2008 ist ein weiterer wichtiger Baustein auf dem Weg zu einem Spitzenspringer hinzugekommen: die Konstanz. Nach seinen 5,68 Metern im Winter startete der neue Rekordmann bisher bei fünf Meetings. Dabei schwang er sich immer mindestens über 5,50 Meter. Bei seinem Sieg im französischen Forbach mit 5,60 Metern konnte er sogar Vize-Weltmeister Romain Mesnil bezwingen. Jetzt folgte die logische Konsequenz aus seinem hohen Leistungsniveau – 5,65 Meter und Jugend-Rekord.

Mit diesen konstanten Sprüngen ist Holzdeppe ein Gold-Kandidat für die Junioren-WM vom 8. bis 13. Juli in Bydgoszcz (Polen). Schließlich führt er die Junioren-Weltbestenliste 2008 deutlich an. Hinter ihm rangiert mit einem Respektsabstand von 14 Zentimetern der Pole Pawel Wojciechowski. „Neben dem Rekord ist mein Saisonziel eine Medaille bei der Junioren-WM“, erklärt Holzdeppe. Das erste Vorhaben hat der Überflieger bereits gemeistert.

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5,68 Meter: Der Sprung in die Rekordbücher

Samstag, 1. März 2008 16:52

Raphael Holzdeppe hat seinen letzten Hallenwettkampf als Jugendlicher zum Sprung in die Rekordbücher genutzt. Der Stabhochspringer des LAZ Zweibrücken katapultierte sich beim Länderkampf in Halle (Saale) über 5,68 Meter. Damit steigerte der 18-Jährige die U20-Hallen-Weltbestleistung des Russen Leonid Kiwalow aus dem vergangenen Jahr um einen Zentimeter.

„Diesmal hat endlich alles gepasst. Ich wusste, dass ich die Höhe draufhabe. Jetzt konnte ich mein Potenzial endlich umsetzen,“ freute sich der Deutsche Jugendmeister. In der Halle werden in dieser Altersklasse nur Bestleistungen, keine Rekorde geführt. Den U20-Weltrekord im Freien hält seit 1989 der Russe Maxim Tarasow mit 5,80 Metern.

Raphael Holzdeppe-01.03.08 in Halle/SaaleGanze fünf Sprünge brauchte Holzdeppe für seinen Coup. Seine Einstiegshöhe von 5,30 Metern nahm er im ersten Versuch, 5,50 Meter überflog er im dritten Anlauf. Da der Pfälzer schon allein im Wettkampf war, wählte er die 5,68 Meter als nächste Höhe. Und schon der erste Sprung passte perfekt – Weltbestleistung! „Das war ein souveräner und deutlicher Versuch“, lobte Nachwuchs-Bundestrainer Dietmar Chounard den 18-Jährigen.

Holzdeppe selbst hatte schon vor dem ersten Wettkampf in diesem Jahr daran geglaubt, die Marke knacken zu können. „Die 5,68 Meter waren mein Ziel“, sagt er offen. Dabei war es das erste Mal, dass er sich gerade an den ominösen 5,68 Metern versuchte. Bei drei Wettkämpfen zuvor hatte er auf die „Salami-Taktik“ verzichtet und die Latte gleich auf glatte 5,70 Meter legen lassen. Das machte er in Halle anders – mit Erfolg. „An den Sprung kann ich mich gar nicht richtig erinnern. Ich war sehr konzentriert und dann war ich plötzlich drüber und lag wieder auf der Matte“, beschreibt Holzdeppe die Sekunden vor der Bestleistung.

Bereits am 19. Januar hatte der Schüler Danny Ecker den Deutschen U20-Hallenrekord entrissen. Der stand seit elf Jahren bei 5,52 Metern. Nun also auch der Eintrag in die Listen des Weltverbandes IAAF. Für den Sommer peilt der Schüler eine weitere Marke an – den Deutschen Jugendrekord im Freien. „Lars Börgeling hält seit zehn Jahren mit 5,62 Metern den Rekord. Aber eine Steigerung auf 5,70 Meter traue ich mir schon zu“, erklärt der 18-Jährige.

In diesem Winter hat sich Holzdeppe nicht nur in diversen Statistiken verewigt, sondern er hat auch seine Hallenbestleistung um satte 26 Zentimeter gesteigert. Das Erfolgsrezept sieht der Pfälzer im veränderten Anlauf und neuen Stäben: „Ich springe jetzt mit 5,20-Meter-Stäben. Die Schnelligkeit, die dafür notwendig ist, habe ich durch einen zwei Schritte längeren Anlauf gewonnen.“ Obwohl es zuerst im Training „nicht optimal“ klappte, hat sich Holzdeppe mittlerweile an die Umstellung gewöhnt. Die Weichen für einen erfolgreichen Sommer sind in Zweibrücken also gestellt. Holzdeppes Ziel: „Eine Medaille bei der U20-EM in Bydgoszcz:“

Auch Dank des Siegs von Raphael Holzdeppe setzte sich das deutsche Nachwuchsteam in Halle im Ländervergleich gegen Frankreich und Italien. Die DLV-Mannschaft gewann mit 112 Punkten.

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