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EM endet auf Platz neun

Samstag, 31. Juli 2010 20:35

Bei seiner ersten Europameisterschaft hat Raphael Holzdeppe (LAZ Zweibrücken) eine ordentliche Leistung abgeliefert. Der Stabhochspringer überwand vor rund 40.000 Zuschauern im Olympiastadion von Barcelona 5,60 Meter und landete damit auf dem neunten Platz. Eine Schrecksekunde bei 5,70 Metern kostete Holzdeppe wohl einen besseren Platz. Beim ersten Sprung rutschte er vom Stab ab und landete unsanft mit dem Rücken auf der Matte. Trotzdem war er über diese Höhe nicht chancenlos. Im dritten Versuch riss er die Latte nur ganz knapp. Da er wusste, dass er diese Höhe springen kann, warf er wütend seine Sonnenbrille zu Boden und stieß den ein oder anderen Fluch aus.

Wie in der Qualifikation machte es der 20-Jährige spannend. Denn seine Anfangshöhe von 5,50 Metern meisterte der U23-Europameister erst im dritten Anlauf. Bei den ersten beiden Anläufen hatte er zwar auch die Höhe, streifte beim Herunterfallen aber jeweils mit der Brust die Latte. Besser lief es schon bei 5,60 Meter. Locker und befreit überflog er im ersten Versuch die Höhe und hatte dabei noch einige Zentimeter Luft. 

Nicht zu schlagen war im Olympiastadion Renaud Lavillenie. Der Franzose übersprang gleich im ersten Versuch 5,85 Meter. Da war ihm der Titel nicht mehr zu nehmen. Anschließend scheiterte der Europameister dreimal nur ganz knapp am neuen französischen Rekord von 6,02 Metern. Silber sicherte sich mit 5,80 Metern der Urkainer Maksym Mazuryk, Bronze ging an Przemyslaw Czerewinski (Polen; 5,75 m). Der Münchner Fabian Schulze wurde mit 5,70 Metern Sechster.

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„5,85 Meter sind in Barcelona möglich“

Dienstag, 27. Juli 2010 8:11

Der EM-Countdown hat für Raphael Holzdeppe begonnen. Der Stabhochspringer vom LAZ Zweibrücken muss am Donnerstagvormittag (10:15 Uhr) im Olympiastadion von Barcelona die Qualifikation überstehen, um am Samstag im Finale (18 Uhr) in den Kampf um die EM-Medaillen eingreifen zu können. Im Interview spricht der 20-Jährige nicht nur über seine Chancen in Barcelona, sondern auch über sein Formtief zu Saisonbeginn. Außerdem vergleicht der Olympia-Achte die Stärken und Schwächen der unterschiedlichen Springertypen.

Raphael Holzdeppe, am Donnerstag steht die Stabhochsprung-Qualifikation bei der EM in Barcelona an. Wie steht’s um Ihre Form?
Die ist gut. Zwar war die letzte Technikeinheit vergangene Woche nicht so berauschend, doch insgesamt bin ich für Barcelona top vorbereitet.

Sie sind erst spät in der Saison in Schwung gekommen. Woran lag’s?
Bei den ersten Wettkämpfen habe ich mich zu sehr unter Druck gesetzt. Ich wollte die EM-Norm schnell abhaken und war zu verkrampft. Dadurch hat sich ein Fehler beim Absprung eingeschlichen. Ich habe zu sehr gestemmt und bin nicht weit genug nach vorn abgesprungen. Obwohl ich die nötige Höhe hatte, bin ich dann immer wieder von oben auf die Latte gefallen. 

Wie stellt man einen solchen Fehler wieder ab?
Nach dem Springen am 12. Juni in Bydgoszcz haben mein Trainer Andrei Tivontchik und ich uns hingesetzt und beschlossen, die Saison vom Kopf her neu zu beginnen. Bydgoszcz war mein schlechtester Wettkampf seit Jahren. Ich habe mich gewundert, dass ich überhaupt 5,30 Meter geschafft habe. Da der Druck weg war und nicht mehr so stark gestemmt habe, konnte ich meine Trainingsleistungen danach endlich in die entsprechenden Höhen umsetzen.

In Rottach-Egern sind Sie Anfang Juli zum zweiten Mal in Ihrer Karriere 5,80 Meter gesprungen. Welche Höhe trauen Sie sich in Barcelona zu?
5,80 oder sogar 5,85 Meter sind an einem guten Tag drin. Beim Sprung in Rottach-Egern war noch ein bisschen Luft, außerdem hätte ich sogar noch einen härteren Stab nehmen können.

Und bis 2012?
5,85 Meter auf jeden Fall. Die absolute Höhe ist für mich aber zweitranging. Ich möchte mich zunächst bei 5,80 Metern stabilisieren. Man darf nicht vergessen, dass ich erst bei sechs Wettkämpfen 5,70 Meter oder höher gesprungen bin. Darum sollte ich jetzt nicht gleich an 5,90 oder 5,95 Meter denken.

Wird man mit 5,80 Metern in Barcelona eine Medaille gewinnen?
Wenn man sich die letzten Jahre anschaut, dann ist das auf jeden Fall realistisch. Speziell wenn man die 5,80 Meter im ersten Versuch nimmt, ist man gut dabei. Das ist auch für mich möglich.

Frankreichs Sechs-Meter-Mann Renaud Lavillenie führt mit 5,94 Metern die Europa-Bestenliste an, dahinter rangieren neben Ihnen noch drei weitere Springer mit 5,80 Metern auf Platz zwei. Wer sind für Sie die Gold-Kandidaten?
Renaud Lavillenie ist so gut drauf, ihn kann man in einem normalen Wettkampf nicht schlagen. Vor ein paar Wochen ist er auch nur sehr knapp an 6,02 Metern gescheitert. Dahinter lauern einige Springer wie Malte Mohr oder der junge Pole Lukas Michalski auf ihre Chance. In einem großen Finale kann viel passieren, Steigerungen sind normal.

Sie werden bei der EM mit 20 Jahren wieder der jüngste Springer sein. Was können Sie von älteren Athleten wie beispielsweise dem französischen Vize-Weltmeister Romain Mesnil, der unlängst wieder 5,80 Meter gesprungen ist, noch lernen?
Springer wie Romain Mesnil schaffen es jedes Jahr, zur richtigen Zeit topfit zu sein. In diesem Jahr ist das auch für uns leichter, da die Deutschen Meisterschaften nur zwei Wochen vor der EM lagen. Dadurch lässt sich der Formaufbau deutlich einfacher gestalten.

Messungen haben ergeben, dass Sie vor dem Absprung rund 35 km/h schnell laufen. Wie ist dieser Wert einzuschätzen?
Der ist im Vergleich sehr hoch. Diese Geschwindigkeit erreicht sonst nur Renaud Lavillenie. Wir müssen aber auch schnell sein, denn mit knapp 1,80 Metern zählen wir beide zu den kleinsten Weltklassespringern. 1,90-Meter-Leute wie Malte Mohr oder Olympiasieger Steven Hooker sind knapp zwei km/h langsamer. Sie haben aber den Vorteil, höher greifen zu können und so auch härtere Stäbe springen.

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Silber samt EM-Ticket

Samstag, 17. Juli 2010 19:49

Stabhochsprung-Youngster Raphael Holzdeppe (LAZ Zweibrücken) ist bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig souverän auf den EM-Zug nach Barcelona aufgesprungen. Mit 5,70 Metern belegte der 20-Jährige im Eintracht-Stadion nicht nur Platz zwei, sondern meisterte auch zum zweiten Mal die doppelte geforderte Normhöhe für die kontinentalen Meisterschaften vom 27. Juli bis zum 1. August in der spanischen Metropole.

„Ich bin sehr zufrieden. Ich wollte die zweite EM-Norm springen und das ist mir gelungen. Am Ende haben Malte Mohr und ich dann ein bisschen gepokert. Da hatte Malte das bessere Ende für sich”, freute sich Holzdeppe, nach 2008 bei den Olympischen Spielen wieder bei einer großen Meisterschaft dabei zu sein. Dabei verpasste der Pfälzer seinen ersten DM-Titel bei den Erwachsenen nur knapp. Da er 5,70 Meter im ersten Versuch nahm und Mohr riss, musste dieser 5,75 Meter springen. Diese Höhe überquerte der Münchner aber erst im letzten Versuch.

Da Holzdeppe dann dreimal an 5,80 bzw. 5,85 Metern scheiterte, feierte Malte Mohr seinen ersten DM-Titel im Freien. „Die Versuche waren nicht schlecht. Aber einmal war mein Stab zu weich und beim anderen Mal hat es mit dem Anlauf nicht ganz gepasst”, analysierte Holzdeppe. Rang drei und das dritte EM-Ticket sicherte sich Fabian Schulze (LG Stadtwerke München). Mohrs Vereinskamerad übersprang 5,60 Meter.

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